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Leitartikel Um glücklich zu sein, muss der Mensch aus sich herauswachsen.Liebe Freunde, Vielen Dank, dass Ihr Euch die Zeit nehmt unsere Website zu besuchen. Grenzenlose Hingabe treibt unser kleines Team an. Wir stellen unser Engagement und unsere Tatkraft den Menschen zur Verfügung, die darunter gelitten haben anders zu sein. Unsere Website hat sich weiter entwickelt. Wir wollten, dass Sie zum Hauptinformationsträger des Vereins wird. Wir können auf einfachen Anruf, E-Mail oder Brief Eure Suche, Bemerkungen oder Anregungen online setzen. Diese Website soll nicht die einiger weniger sein, sondern die aller Mitglieder und Unterstützer. Eine andere Neuheit ist unser Logo, wir haben es neu überdachtt: als Symbol ein Herz gerichtet auf unsere gute alte Erde ohne Grenzen. Wir sind diese "Kriegskinder", fest entschlossen unser Schicksal in die Hand zu nehmen. Nach einem Leben voller Leid von körperlichen oder psychischen Misshandlungen (oder manchmal beides) innerhalb der Familie oder der Gesellschaft ist nun die Zeit gekommen, dass wir den "Kopf" heben. Wir waren weder schuldig, noch verantwortlich "Kinder des Boche (des Deutschen)" zu sein, wir waren Opfer genauso wie alle kollateralen Opfer in diesen menschen unwürdigen Kriegen. Die Menschheit wird erst zivilisiert sein, wenn sie in der Lage ist, ihre Probleme ohne Hass und Waffen in den Griff zu bekommen. Wir haben einen Verein gegründet, der auf gegenseitiger Unterstützung und Hilfe für alle Kriegskinder bei ihrer Identitätssuche basiert. Seien es Kinder aus Liebesbeziehungen oder Vergewaltigungen, von Kriegsgefangenen, Zwangsarbeitern oder Besatzungssoldaten. Dieser Verein ist das Ergebnis einer späten Bewusstseinsprozesses. Wir waren alle fast sechzig; es war an einem Abend im März 2003. Auf einer Fernsehzeitschrift weckte das Foto zu einen angekündigten Dokumentarfilm unsere Aufmerksamkeit auf: es war von einer unerhörten Heftigkeit, weil es bei den betroffenen Personen den unsagbaren tief im Innern verborgenen Schmerz wieder aufwühlte. Auf diesem Foto war eine mit einem Kittel bekleidete Frau zu sehen, die ein Säugling in ihren Armen hielt und schnell lief. Wir konzentrierten uns aber nur auf ein Detail: Diese Frau war gerade geschoren worden. Diese Frau hätte unsere Mutter sein können, wir hätten dieses Kind sein können!!! Wir sassen an diesem Abend sicherlich zahlreich vor unseren Fernsehern. Wir spürten, dass hier ein neues Kapitel aufgeschlagen wurde. Ein Mann wagte es das Schweigen zu brechen, das seit unserer Geburt die Regel war. Endlich interessierte sich jemand für das was wir erlebt hatten. Dieser Mann war kein anderer als der Regisseur Christophe Weber in Zusammenarbeit mit dem Historiker Fabrice Virgili, Forscher beim CNRS (Staatliches Forschungszentrum). Die Zeugnisse über diesen schmerzhaften Zeitabschnitt spiegeln ein Frankreich einer anderen Zeit wieder, wo eine alleinerziehende Mutter aus der Familie aber auch aus der Gesellschaft ausgestossen wurde. Geschoren und (oder) inhaftiert, weil sie ein Kind aus einer außerehelichen Beziehung und oft einer Liebesbeziehung mit dem FEIND zur Welt gebracht hatte. Was für ein Makel für ein Kind: verbannt, von der Mutter, von der Familie mütterlicherseits und von allen Mitwissern abgelehnt! Von einem unbekannten Vater, dessen seltene Spuren wie Fotos, Briefe und Zeugnisse vernichtet oder im Unterbewusstsein vergraben wurden. Dieses Kind war nicht nur der Sohn, die Tochter des "Deutschen" (Boche), aber es wurde im "Deutschenhass" erzogen. Schon in seiner frühen Kindheit zeigte man mit dem Finger auf ihn oder sie. Stellen sie sich nur einen Augenblick unseren Leidensweg vor. Wie kann sich ein Kind eine Identität aufbauen mit dem unterschwelligen und unaussprechlichen Schuldgefühl, das ihm auferlegt wurde? Wie kann so ein Kind lieben, während seine Umgebung es direkt oder indirekt verantwortlich macht für das, was es repräsentiert? Also sind wir uns 2003 bewusst geworden, dass wir nicht, wie wir es immer gedacht hatten, die einzigen auf der Welt waren…. Laut Schätzung von Fabrice Virgili wurden in Frankreich 200.000 Kinder aus Beziehungen zwischen Französinnen und Deutschen geboren, 800.000 in den besetzten Ländern Europas. Dieser Dokumentarfilm, diese Zahlen haben uns verdeutlicht, dass wir nicht die einzigen sind. Bei unseren Treffen, unserem Gedankenaustausch machten wir die gleiche Bemerkung: " und wir dachten wir seien die Einzigen!!!". Nach einem Leben im Schatten konnten wir ins Licht kommen und erhobenen Hauptes gehen. Diese Enthüllungen halfen uns zur Versöhnung mit uns selbst. Aber zu viele blieben noch auf der Schattenseite. Wir mussten uns zusammenschließen, um ihnen zur Hilfe zu kommen. Wir haben sehr schnell festgestellt, dass wir, indem darüber sprachen, uns trafen, endlich unsere eigenen Traumata, unsere eigentlichen Ängste bewältigen konnten. Endlich mit sich selbst versöhnt, gibt es viele, die diese Suche aufnehmen möchten, eine Suche, in der wir uns allein und beschämt fühlten. Die Dringlichkeit brachte uns schnell, sehr schnell zum Handeln. Unsere Väter waren tot oder sehr alt, unsere Mütter ebenfalls und die Zeitzeugen wurden immer weniger. Der Verein ermöglicht eine Zusammenarbeit, bei der die Aufgaben aufgeteilt werden, Behördengänge unternommen werden und Dokumente übersetzt werden. Unter diesem Blickpunkt hat sich der Verein "Coeurs sans Frontières"/"Herzen ohne Grenzen" zu einem europäischen Verein zusammen mit dem Verein "Fantom e.V." weiterentwickelt. «Cœurs Sans Frontières», «Herzen ohne Grenzen» und «Fantom e.V.» haben am 20. November 2006 im Heinrich Heine Haus in Paris eine Partnerschafts-Charta unterschrieben. Der Inhalt dieser Charta wurde vorab in Berlin am 22. Oktober 2006 durch eine Abstimmung der jeweiligen Vereinsrepräsentanten angenommen. Anlässlich der Unterzeichnung war "Fantom e.V." durch seinen Vorsitzenden Ludwig Norz, «Herzen ohne Grenzen» durch Johanna Brunne und «Cœurs sans Frontières» durch seinen neuen Vorsitzenden Jean-Jacques Delorme vertreten. Wir haben uns sehr gefreut, dass diese kleine Veranstaltung im Beisein von Mitgliedern stattgefunden hat, und waren sehr geehrt, dass Peter Gerhardt, stellvertretender Leiter der WASt in Berlin daran teilnahm. Wir sind ein weltoffener deutsch-französischer Verein und ermutigen Sie unserem Verein beizutreten. Trotz des oben erwähnten Zeitdrucks haben wir Erfolge erzielt; insbesondere den Erfolg eines deutschen Mitglieds, der seine französische Familie in Nantes getroffen hat; und den Erfolg eines französischen Mitglieds, der dank der Suche durch ein diskretes und wirksames Suchnetz seinen leiblichen Vater lokalisieren konnte und danach seine in Mainz lebenden Geschwister. Das erste Treffen konnte am 19. Januar 2007 nach vierzig Jahren Hoffnung stattfinden. Falls Sie im einige Elemente haben und falls Sie wissen wollen: wir können Ihnen helfen, weil wir zu diesem Suchnetz, zu den Archiven und zu einigen spezialisierten Foren Zugang haben. Sagen Sie sich, dass es niemals zu spät ist. Wir sind für Sie da, um zu versuchen das zu erreichen, was vor nicht allzu langer Zeit noch unmöglich schien…. Lasst Beharrlichkeit und Motivation unser Motto sein. ![]() Jean-Jacques DELORME Coeurs Sans Frontières Herzen Ohne Grenzen |