CSF - Coeurs sans frontières - Herzen Ohne Grenzen

Samstag
18 Mai 2013
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Bibliografie

130220JT11-DEASTER Misha, Das Reichsorchester, Siedler Verlag

Musiker im Zeichen des Hakenkreuzes

Die Berliner Philharmoniker, eines der bekanntesten Orchester der Welt, dienten den Nationalsozialisten als kulturelles Flaggschiff und Propagandainstrument. Der Historiker und Opernregisseur Misha Aster erzählt in seinem Buch davon, wie »die Berliner« für Hitler spielen mussten – und wie der Spagat zwischen Kunst und Politik das Orchester vor eine Zerreißprobe stellte.

Als die Nationalsozialisten 1933 an die Macht kamen, verstaatlichten sie die Berliner Philharmoniker und unterstellten sie als »Reichsorchester« der Aufsicht von Goebbels’ Ministerium. In den folgenden Jahren hatten die Musiker sowohl im Reich als auch im Ausland in Hitlers Auftrag zu spielen: Auf dem Parteitag in Nürnberg, zur Eröffnung der Olympischen Spiele 1936 in Berlin, später sogar in den besetzten Gebieten.

Das Regime nutzte das Orchester – und das Orchester nutzte das Regime. Es handelte sich um einen Ausnahmezustand auf Dauer, in dem die Musiker versuchten, künstlerische Autonomie mit ideologischen Vorgaben in Einklang zu bringen. Ohne Zweifel profitierten »die Berliner« von der privilegierten Behandlung durch die NS-Regierung, dennoch stellte sich das Orchester immer wieder gegen deren musikalische und politische Bevormundung.

Eindrucksvoll schildert Misha Aster anhand bisher unveröffentlichter Akten, wie die Musiker – unter ihnen Parteigenossen ebenso wie Juden – diese Zeit erlebten. Eine spannende Untersuchung über ein bisher kaum beachtetes Kapitel des »Dritten Reichs« und die Geschichte von Künstlern im Sog von Politik und Propaganda.

Jean EgenEGEN Jean, Die Linden von Lautenbach, eine deutsche-französische Lebensgeschichte.

Dieser autobiographische und zugleich humorvolle Roman wurde in Frankreich in wenigen Wochen 100 000 mal verkauft. Aus des Perspektive eines Kindes, das nie recht weiß, welcher Nation es sich zugehörig fühlen soll, erzählt des Elsässer Jean Egen, geboren 1920, die bewegte Geschichte einer Provinz und die Wechselfälle einer familie zwischen Frankreich und Deutschland.

“Das Buch ist auch ein exzellenter Heimatroman. Die zupackende, oft humorvolle Ausdruckskraft bewegt und rührt, ohne Sentimentalität hervorzurufen”. (“Berliner Morgenspost”).




FRIED Amelie, Die Findelfrau, Wilhelm Heyne Verlag, München.

"Ein überzeugendes Psychogramm und ein ganz starkes Buch."

Im Leben von Holly Berger, 38, scheint einfach alles zu stimmen. Sie ist mit ihrer Jugendliebe, dem sympatischen Kunsttischler Chris, verheiratet, hat zwei Kinder und schreibt erfolgreicher Ratgeber-Bücher.

Doch dann macht sie in ihrem Elternhaus eine Entdeckung, die sie völlig, aus der Bahn wirft.

Zufällig findet sie Unterlagen, die beweisen, dass sie als Neugeborenes von ihrer leiblichen Mutter ausgesetzt und wenig später von ihren jetzigen Eltern adoptiert wurde.

Fassungslos und geschockt, versucht Holly zunächst so zu tun, als wäre nichts geschehen.

Als sie aber erfährt, dass sogar ihr Mann von dem Geheimnis wusste, wird ihr klar, dass sie so nicht weiterleben kann. In detektivischer Recherchearbeit macht sie sich auf die Suche nach ihren Wurzeln - eine Reise, die sie nicht nur bis nach Ägypten führt, sondern tief in die geheimnisvolle und erschütternde Geschichte ihrer Familie.

 

Ein Geheimniss

Grimbert Philippe, ein Geheimniss, Suhrkamp

Philippe Grimbert wurde 1948 in Paris geboren. Er ist Psychoanalytiker und Autor.

Philippe ist fühnfzehn, als ihm Louise, eine Freundin der Familie, ein über Jahre gehütetes Geheimnis enthüllt. Die Grimberts sind Juden und haben das Leben im besetzten Paris keineswegs so unbeschadet überstanden, wie sie Philippe bislang glauben machen wollten. Der als Einzelkind aufgewachsene Philippe wird an eine von allen verdrängte Vergangenheit seiner Familie herangeführt, in der es den großen Bruder seiner Phantasie tatsächlich gegeben hat.

Aus der Sicht des Nachgeborenen erzählt Philippe Grimbert die dramatische Geschichte einer jüdischen Familie im Paris der deutschen Besatzung - seine Geschichte.

"Ein Generalschlüssel zum Verständnis von Familie und Identität...Ein fesselndes Stück Literatur."

Niklas Bender, Frankfurter Allgemeine Zeitung


HEIDENREICH Gisela, Das endlose Jahr, Fischer, 2002

Eine Tochter reist mit ihrer Mutter an den Ort, wo sie 1943 in einem Lebensbornheim geboren wurde. Endlich will sie die „ganze Wahrheit“ über ihre Herkunft und die Verstrickung ihrer Mutter in die Nazipolitik herausfinden. Hinter einem verwirrenden Netz von Lügen, Verdrängung und Verleugnung kommt schlie?lich - beharrlich durch Nachfragen und Erinnern herbeigezwungen - die Wahrheit zutage. Gleichzeitig zeigen die Erinnerungen Gisela Heidenreichs an den spät gesuchten und gefundenen Vater, da? man jemanden schätzen und lieben kann, den man gleichzeitig zutiefst ablehnt.



HUGUES Pascale, Marthe & Mathilde, rororo Verlag

HUGUESEine Fast französische , nicht ganz deutsche Familie.

Meine Groβmütter hieβen Marthe und Mathilde. Ihre Vornamen begannen mit derselben Buchstaben. Sie sind im selben Jahr 1902 geboren. Mathilde am 20. Februar, Marthe am 20. September. Sie sind beide im Jahr 2001 gestorben. Mit ein paar Wochen Abstand, ganz am Anfang des neuen Jahrhunderts, kurz vor ihrem hundertsten Geburtstag.

Marthe und Mathilde haben das zwanzigste Jahrhundert Seite an Seite durchwandert. Sie waren Freundinnen, seit Sie sechs waren. Auf en Stufen einer Vortreppe, die am Vogesenwall 6 im Viertel Saint Joseph Hinter dem BahnHof von Colmar zu einem winzigen Gärtchen hinunterführt, sind sie sich zum ersten mal begegnet….

«Unterhaltsam und kurzweilig.» Süddeutsche Zeitung
«Ein faszinierendes Stück Zeitgeschichte.» Aachener Zeitung


SCHAAKE Erich, Bordeaux, mon amour, édition LIST bei Ullstein Buchverlage Berlin.

Der deutsche Feldwebel Heinz Stahlschmidt kommt mit der Wehrmacht als Besatzer nach Bordeaux. Aber schon bald verliebt er sich in die Stadt − und in die Französin Henriette. Da erhält er den Auftrag, den Hafen zu sprengen. Tausende Unschuldige müssten dabei sterben. Er entscheidet sich: gegen den Eid und für die Stadt seiner Geliebten. Er sabotiert den Plan und nimmt den Tod vieler Kameraden in Kauf. Bordeaux bleibt unzerstört, aber nun ist Heinz auf die Hilfe der Résistance angewiesen − und auf die Liebe von Henriette









Paul SchmitzSCHMITZ Paul: Kriegskind. Die Suche nach meinem amerikanischen Vater, GEV (Grenz-Echo édition) 2012

Paul Schmitz ist ein Kriegskind. Geboren 1945, Vater unbekannt. Seine Mutter liebte einen amerikanischen Soldaten, der in Sourbrodt (Belgien) stationiert war. Aus dieser Beziehung wurde Paul Schmitz geboren.

Seinen Vater hat er nie gekannt. Erst 60 Jahre nach dem Krieg hat er den Mut gefunden, seine Identität zu erforschen und nach seinem Vater zu suchen. Die Recherchen dauerten fünf Jahre und endeten in den USA.

Paul Schmitz sammelt alle Informationen und führt sie - mühsam wie Mosaiksteinchen - zusammen. Mit seinem Buch “Kriegskind. Die Suche nach meinem amerikanischen Vater” möchte Paul Schmitz jedem Betroffenen Mut machen, seine unbekannten Wurzeln zu suchen. Das Buch versteht sich auch als Zeitdokument. Es beleuchtet bisher nicht behandelte Aspekte des Krieges.


121020LQ067ASCHMITZ-KÖSTER Dorothée und VANKANN Tristan, Lebenslang Lebensborn.

Die Wunschkinder der SS und was aus ihnen wurde – Piper Verlag, 2012.

Groß – blond – blauäugig, so sollten sie aussehen, die Kinder, die in den Lebensborn-Heimen auf die Welt kamen, die der SS-Organisation übergeben wurden oder die in ihre Hände gerieten, nachdem sie verschleppt und zwangsgermanisiert worden waren. Der Plan: Ob deutscher oder ausländischer Herkunft, sie sollten die »arische Rasse« vergrößern und eine neue Elite bilden. Die meisten der 18.000 Betroffenen sprechen bis heute nicht über ihre Lebensborn-Zeit – um sich und ihre Mütter zu schützen, aus Scham oder weil ihre Herkunft so konsequent verschwiegen wurde, dass sie ahnungslos sind. Doch einige gehen inzwischen an die Öffentlichkeit.

Die Journalistin Dorothee Schmitz-Köster zeichnet in 20 Porträts ihre Schicksale nach. Und der Fotograf Tristan Vankann zeigt in bewegenden Aufnahmen die Gesichter von Lebensborn-Kindern heute.


Besatzungskinder, russische VäterSTEZL-MARX Barbara, Stalins Soldaten in Österreich,Oldenbourg Böhlau Verla

Mehrere Hunderttausend sowjetische Besatzungsangehörige waren von 1945 bis 1955 in Österreich stationiert. Barbara Stelzl-Marx untersucht erstmals systematisch ihre Mikrogeschichte. Ausgehend von der Besatzungsorganisation lässt sie die individuellen Erlebnisse von Armeeangehörigen und Offiziersfamilien, das Alltagsleben in den Kasernen, ihre Freizeitaktivitäten, ideologischen Schulungen sowie Strafen für Vergehen bis hin zum Umgang mit Russenkindern und verbotenen Liebesbeziehungen lebendig werden.

Auf der Basis von Archivdokumenten, Armeezeitungen, Interviews, Fotografien, Dokumentarfilmen und Memoiren entwirft sie ein detailliertes Bild der Wahrnehmung von Kriegsende und Besatzungszeit sowie der institutionalisierten und privaten Erinnerung in der (post-)sowjetischen Gesellschaft.

Biografische Anmerkung zu den Verfassern

Barbara Stelzl-Marx, geboren 1971, Zeithistorikerin, ist stellvertretende Institutsleiterin am Ludwig Boltzmann-Institut für Kriegsfolgen-Forschung, Graz Wien Klagenfurt, Lektorin an der Karl Franzens-Universität Graz und Vizepräsidentin der Österreichischen UNESCO-Kommission.

 

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 03. Mai 2013 um 14:49 Uhr