CSF - Coeurs sans frontières - Herzen Ohne Grenzen

Sonntag
19 Mai 2013
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50ème anniversaire du traité de l’Elysée
Valdoisiennes und Kriegskinder. Ihre Väter waren deutsche Soldaten


Am 22.Januar 1963 haben der französische Präsident Charles de Gaulle und der deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer den Elysée-Vertrag unterzeichnet. Nach drei Kriegen (1870, 1914-1918, 1939-1945) und mehr als 14 Millionen Toten auf beiden Seiten des Rheins wurde durch den Inhalt dieses Vertrages die Versöhnung zwischen den beiden Erbfeinden des europäischen Kontinents offiziell besiegelt. Mehr als nur ein Kooperations-Programm zwischen Frankreich und Deutschland, hat dieses Abkommen eine neue Aera von Frieden und Aussöhnung zwischen den Bürgern der zwei Staaten eröffnet.

Fünfzig Jahre nach diesem Gründungsakt ist fortan die Existenz deutsch-französischer Paare in den Augen der jungen Generation eine Selbstverständlichkeit. 1963, als das Abkommen unterzeichnet wurde, wurden diese Verbindungen jedoch noch immer negativ wahrgenommen. Die Erinnerungen an den Krieg waren noch immer in den Köpfen präsent. Während der Besatzungszeit (1940-1944) waren Liebesbeziehungen zwischen französischen Frauen und deutschen Soldaten untersagt und wurden schwer bestraft. Gleichwohl gab es diese Verhältnisse und ungefähr 200 000 Kinder sollen aus diesen verbotenen und verheimlichten Verbindungen geboren worden sein. 68 Jahre nach dem 2.Weltkrieg haben sich die „Töchter und Söhne der Boches“ wie man sie traurigerweise verhöhnt hat, zusammengeschlossen in verschiedenen Vereinen, wie „Coeurs sans frontières/Herzen ohne Grenzen“ oder der „ANEG“, die „Nationale Vereinigung der Kriegskinder“. Dank der Unterstützung ehrenamtlicher Helfer und den durchgeführten Recherchen bei der Deutschen-Dienststelle „WAST“ (das deutsche Militär-Archiv) haben etliche Suchende die Spuren ihrer väterlichen Familie gefunden und konnten ihre Brüder und Schwestern jenseits des Rheins treffen. Und wenn die Abstammung als rechtsgültig anerkannt wurde, haben einige die deutsche Staatsangehörigkeit beantragt und erhalten.

Diese schmerzlichen oder auch glücklichen Geschichten, sind z. B. die von Francoise und Odette, zwei Siebzigjährige Frauen aus dem Oise- Tal. Sie hatten deutsche Väter. Die beiden haben sich bereit erklärt, der Zeitung „L’ECHO, le Régional“ als Zeitzeugen Auskunft zu geben.

Francoise Lacroix : „ Mein Vater hat mich niemals kennengelernt“.

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- Francoise Lacroix mit dem einzigen Foto ihres Vaters, das sie besitzt : das aus seinem Sold-Buch (Militärpass)

Als Kind sagte meine Grossmutter immer : „Du hast wirklich einen Boche-Kopf/Tête de boche“. Aber ich wusste nicht , was das bedeutete. Die heranwachsende Francoise musste sich gedulden bis sich der Schleier ihrer Herkunft hob. Seit 1971 lebt sie in Goussainville, ist aber in Barbery im Departement Oise geboren. Bei Beginn der Besatzung arbeiteteihre Mutter auf den Feldern in der Nähe eines Schlosses, das durch die Deutschen beschlagnahmt wurde. Dort bemerkte der Soldat Otto Dexheimer, ein Mitglied der Organisation „Todt“ (ziviles und militärisches Geheimkommando der Wehrmacht ) die junge und hübsche 22-jährige Francoise und verliebte sich in sie. Neun Monate nach ihrer kurzen Liebesgeschichte, kommt ein kleines Mädchen zur Welt, jedoch wird Otto dieses Kind niemals sehen.

Eine verbotene Verbindung

„Mein Vater stammte aus Rheinland-Pfalz und war im zivilen Leben Ingenieur der Wasser-und Forstwirtschaft“ erzählt Francoise. „Einige Monate nachdem er meine Mutter traf, wurde er nach Lorient versetzt und ging 1943 an die russische Front“. All diese Einzelheiten erfuhr Francoise erst viel später. „Mit circa 11 Jahren hat mir meine Mutter eröffnet, dass mein Vater ein deutscher Soldat war. Ich wollte ihn finden, aber ich wusste nicht wie ich es anstellen sollte“.

Alle um mich herum wussten von meiner Herkunft

Francoise Lacroix, ein Kriegskind

Während der ganzen Kindheit wurde das junge Mädchen, Frucht einer verbotenen Verbindung, im Dorf versteckt. „Alle wussten von meiner Herkunft, dass ich nämlich die Tochter eines Deutschen war. Meine Mutter wurde angezeigt und wegen Kollaboration mit dem Feind zu neun Monaten verurteilt“ erzählt sie uns. „Man hat mich nie als Boche-Kind bezeichnet. Die einzige Missbilligung kam von meiner Grossmutter. Sie war zu mir äusserst kühl und verbot mir ins Dorf zu gehen“.Während vieler Jahre musste Francoise mit diesem schweren Geheimnis leben. „Ich mochte nicht mit meiner Mutter darüber sprechen um sie nicht zu verdriessen. Die Idee, meinen Vater zu finden kam erst wieder, als ich Kinder hatte“. Jedoch musste sie bis 1991 warten um die Identität ihres Erzeugers zu erfahren. „Während einer Unterhaltung mit meiner Mutter, nimmt diese ein Stück Papier zur Hand, auf welchem die grosse Auskunft ist. Endlich hat sie mir alles über ihn erzählt, seinen Namen, seinen Herkunftsort, wie er aussah…….“. Im April 1992 nimmt Francoise ihren ganzen Mut zusammen und begibt sich nach Pirmasens, dem Geburtsort ihres Vaters. Dort erfährt sie, dass er im August 1991 verstorben ist, „Wir haben uns nur kurz versäumt“ bedauert Francoise. „Mein Vater hat mich nicht kennengelernt. Er starb ohne zu wissen, dass es mich gibt“.

Die "Patchwork"-Familie

Enttäuscht lässt sie den Kopf hängen. Aber nicht für lange, denn 2007, gleichnach ihrer Pensionierung, wird Francoise Mitglied von „Coeurs sans frontières/Herzen ohne Grenzen“, der Verein, der auch andere Kriegskinder zusammenbringt. Sie nimmt Kontakt auf mit dem Wehrmachts-Archiv in Berlin. Wenige Monate später bekommt sie per Post das Sold-Buch (Militärpass) und ein Foto ihres Vaters. Das Staunen war gross. „Endlich konnte ich mir ein Bild von ihm machen. Es gab keinen Zweifel, er war mein Vater“. Am Ziel ihrer Suche erfährt sie auch, dass Otto Dexheimer Kinder hatte. Zwei seiner Söhne leben noch in Pirmasens. Leider lehnen sie es ab, trotz etlicher Kontaktversuche, Francoise zu treffen. „Sie wollen nichts von mir wissen, aber ich verzweifle nicht und hoffe, sie eines Tages doch noch zu sehen“.

Francoise bekam drei Töchter, sechs Enkel und eine Urenkelin. Sie träumt heute von einer grossen versöhnten Familie. „Demnächst werde ich das Grab meines Vaters besuchen“ meinte sie. „Ich werde wieder versuchen mit meinen Brüdern zu sprechen“.

Odette Leboucher : „Ich musste das Geheimnis ganz alleine tragen“

Seit mehr als 20 Jahren lebt Odette mit ihrem Ehemann im Oise-Tal, in Saint-Gratien. Sie ist die Grossmutter von 2 Enkelkindern und bald 70 Jahre alt. Ein glückliches Familienleben für sie, die lange warten musste, um die Wahrheit über ihre Herkunft zu erfahren. Odette Leboucher erblickte das Licht der Welt im August 1943 in Saint-Bartélemy-d’Anjou. Ihre 21-jährige Mutter ist die Tochter von Geschäftsleuten der Ortschaft. Im Laden ihrer Eltern trifft sie zum ersten Mal Odette’s Vater. Dieser ist 10 Jahre älter als sie. Er ist ein Wehrmachtssoldat in der Garnison von Angers. Nachdem er in den Süd-Westen versetzt wurde, kam er noch einmal vorbei, um seine Tochter zu umarmen, bevor er sich später auf den Weg zur Ostfront machte. „Ich wusste schon sehr früh, dass mein Vater ein Deutscher war, denn meine Mutter und meine Grossmutter stritten sehr oft in meiner Gegenwart über dieses Thema“, erinnert sich Odette. „Es gab sogar ein grosses Foto in einem der Zimmer. Ich wusste, dass er kein Nazi war, ansonsten wäre es für mich sehr schwer gewesen“.

Ein neues Leben

In Saint-Barthélemy-d’Anjou war die Geschichte von Odette sehr bekannt. „Ich wurde nie beschimpft und war auch nie das Ziel irgendwelcher Angriffe“ bestätigt sie , die Betroffene. „Im Dorf wusste man Bescheid, aber keiner nahm daran Anstoss. Meine Mutter war schlau. Nach dem Weggang meines Vaters, erzählte sie, er wäre im Krieg umgekommen und plötzlich wurde sie von allen bemitleidet“.

Die Zeit vergeht und Odette’s Mutter beginnt ein neues Leben. „Von diesem Zeitpunkt an sollte man nicht mehr darüber sprechen. Meine Mutter startet in ihr neues Leben und ich musste das Geheimnis alleine auf meinen Schultern tragen. Schon als Jugentliche hatte ich immer den Wunsch, meinen Vater zu finden. Ich wusste nur, dass er, wie ich blond war und helle Augen hatte“. Die Jahre vergehen Odette lebt ihr eigenes Leben. Sie heiratet, bekommt einen Sohn und Enkelkinder. Das Geheimnis ist noch immer da, jedoch vergraben, bis zum 1. Januar 2011, als sie sich aufmacht, ihren Vater zu suchen. Über das Internet nimmt sie Kontakt mit „Coeurs sans frontières/Herzen ohne Grenzen“ auf. Sie befragt ihre Mutter und erfährt 2 wichtige Informationen : den Namen und den Geburtsort ihres Vaters. Er heisst Otto Bollacke und stammt aus Ibbenbüren in Westfalen.

Er war unglücklich mich nicht kennengelernt zu haben!

Odette Leboucher, ein Kriegskind

Dank dieser Informationen schreibt Odette an das deutsche Militär-Archiv (WAST). Am 10. November 2011 bekommt sie Antwort aus Berlin, die ihr mitteilt, dass ihr Vater im Februar 1981 verstorben ist. Bevor er in den Krieg zog, war er verheiratet und Vater von 4 Kindern. Otto Bollacke wurde 1945 in München von den Amerikanern gefangen genommen, in Frankreich interniert und ist 1946 heimgekehrt. „Ich erfuhr, dass ich 7 Geschwister habe. Mit einer Schwester habe ich Kontakt aufgenommen und ihr mein Vorgehen erklärt“.

Zweifache Zugehörigkeit

Am 14. Januar 2012 bekommt Odette einen Brief ihrer Schwester; sie schreibt : „Wirklich! Es gibt dich wirklich!“. Nach der Rückkehr aus seiner Gefangenschaft hat Otto seiner Familie mitgeteilt, dass er ein kleines Mädchen in Frankreich zurückgelassen hat. Seine Frau verlangte, dass er sich entscheiden müsse. „Ich weiss, dass er unglücklich darüber war, mich nicht kennengelernt zu haben und meine Schwester sagte mir, dass er oft an mich dachte“ erzählt Odette. Ende April 2012 fährt sie nach Deutschland um ihre Familie zu treffen. „Wir wurden fürstlich empfangen“. Endlich konnte ich an seinem Grab in mich gehen. Ich entdeckte einen aufrechten, gradlinigen Mann, der seine Kinder vergötterte“. Im November kam ihre Verwandtschaft zu Besuch nach Saint-Gratien. „Wenn wir uns unterhalten sprechen wir englisch“ amüsiert sie sich. „Seit kurzem nehme ich Deutsch-Unterricht. Zur Zeit bereite ich für April eine neuerliche Reise nach Deutschland vor und einer meiner Brüder kommt uns im Sommer besuchen“. Stolz über ihre Doppel-Zugehörigkeit, hat Odette die deutsche Staatsangehörigkeit beantragt.

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Odette’s Brüder und Schwestern übergaben ihr mehrere Fotos ihres Vaters und seiner deutschen Familie.

Interview mit Michel Blanc, Präsident von „Coeurs sans frontières/Herzen ohne Grenzen“

„Ein Kriegskind zu sein, ist noch immer ein Tabu in verschiedenen Regionen Frankreichs“

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L’Echo, le Régional : Wie ist Ihr Verein entstanden ?

Michel Blanc, Präsident von Coeurs sans frontières/Herzen ohne Grenzen:

Unser Verein wurde 2006 durch den Journalisten des Figaro, Jean-Paul Picaper, gegründet, nachdem einige Treffen in Deutschland stattgefunden haben. In seinem Buch „Die Kinder der Schande“ schreibt er über die Kriegskinder. Diese Kinder, gezeugt von einem deutschen Vater während der Besatzungszeit, haben schwierigste Momente und enormes Leid erdulden müssen. Wir waren sehr isoliert. Nach diesen Treffen haben wir beschlossen, den Verein „Coeurs sans frontières/Herzen ohne Grenzen“ zu gründen. Heute zählen wir an die 300 Mitglieder.

Welches Ziel hat Coeurs sans frontières ?

Wir helfen den Leuten, die Informationen über ihre deutschen oder österreichischen Väter suchen. Wir haben aber auch Anfragen von Deutschen, die einen französischen Vater haben, welcher in deutscher Kriegsgefangenschaft war. Unser Verein hat auch einige Mitglieder, die uns in Berlin vertreten.

Wie viele Kriegskinder gibt es in Frankreich ?

Nach den Studien des Historikers und Chef des CNRS (Nationales wissenschaftliches Forschungszentrum), Fabrice Virgili, wären es ca. 200 000 Personen, die einen deutschen Soldaten als Vater haben. In Europa sind es schätzungsweise 500 000. Viele von ihnen treten nicht in Erscheinung. In Frankreich ist es jedoch sehr einfach zu recherchieren.

Ist es noch immer ein Makel, das Kind eines deutschen Soldaten zu sein, heutzutage ?

Es ist noch immer ein Tabu in verschiedenen Regionen Frankreichs, insbesondere im Norden und Osten. Die Besatzung war schwieriger und es gab die komplizierten Fälle von Elsass-Lothringen mit den „Malgré-nous“, die von der deutschen Wehrmacht Zwangsrekrutierten. In anderen Regionen spricht man leichter darüber.

Wie geht man vor, wenn jemand Zweifel an seiner Herkunft hat ?

Man kann sich alleine auf die Suche machen, aber man wird auf mehr Schwierigkeiten stossen. Das Einfachste ist es, mit uns Kontakt aufzunehmen. Das kann Zeit in Anspruch nehmen, aber unsere ehrenamtlichen Helfer haben Erfahrungen, die sie denen, die auf der Suche nach Informationen über ihren Vater sind, zur Verfügung stellen. Ich, zum Beispiel, habe 6 Jahre gebraucht um meinen zu finden. Wir helfen bei der Kontaktaufnahme und übersetzen Dokumente. Es wurde schon eine grosse Arbeit geleistet mit dem deutschen Militär-Archiv (WAST).

Machen die Deutschen das Notwendige um den betroffenen Personen zu helfen ?

Es besteht kein Problem mit ihnen. Man muss einige Daten liefern, wie den Namen, den Geburtsort und den Zugehörigkeitsort des deutschen Soldaten. Danach findet die WAST das Sold-Buch (Militärpass) mit seiner Stammrolle (militärischer Werdegang). Manchmal gehen sie auch noch weiter als die an sie gerichtete Anfrage, weit über ihre übliche Arbeit hinaus. Sie sind sehr hilfsbereit und kooperativ, im besonderen unsere Delegierte in Deutschland, Marie-Cécile Zipperling. Sie ist unser Stützpunkt dort.

Wenn die Identität des Soldaten bekannt ist, was passiert dann ?

Die WAST wird sich mit der Person in Verbindung setzen, um alle gefundenen Informationen weiterzugeben. Von diesem Augenblick an kann man mit der Familie in Deutschland Kontakt aufnehmen. Normalerweise endet die Geschichte sehr gut zwischen den Familien. Die meisten Leute sind bereit ihre französischen Brüder oder Schwestern zu treffen, aber alles muss sehr korrekt und taktvoll geschehen.

Am 22.Januar feierten wir den Jahrestag des Elysée-Vertrages. Was bedeutet dieses Datum für sie ?

Dieser symbolische Geburtstag festigt die deutsch-französische Freundschaft, was für uns Kriegskinder äusserst wichtig ist. Es ist sehr hilfreich für all unsere laufenden und zukünftigen Recherchen.

-Die Gespräche wurden von R.Da geführt.

-Übersetzt aus der Zeitung „L’ECHO, le Régional“ vom 24. Januar 2013

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 03. Mai 2013 um 17:05 Uhr
 
Kriegskinder, Kinder des Friedens ?

Herzen ohne Grenzen / Coeurs Sans Frontières (HOG/CSF) feierte den 50. Jahrestag des Elysée-Vertrags in dem Pariser „Heinrich-Heine-Haus“ am 21. und 23. Januar 2013, in Gegenwart des HOG/CSF-Vorsitzenden Michel Blanc, sowie zahlreicher Vereinsmitglieder.


THEMA DES ABENDS VOM 21.01.2013 :

FÜNFZIG JAHRE NACH DEM ELYSEE-VERTRAG : BESTANDAUFNAHME.

Höhepunkt des Abends war die Vorführung des bedeutenden Films "Von Hass zu Freundschaft" , der die historische Entwicklung der deutsch-französischen Beziehungen betrifft, die zu dem Vertrag von 1963 führten. Der Regisseur Ingo Espenschied präsentierte und kommentierte seinen Film. Er erinnerte an Karl den Großen, unseren gemeinsamen Vorfahren, und wies nach, wie zwei Generationen nach drei großen Auseinandersetzungen, die Beziehungen zwischen den beiden Ländern sich verschoben hatten; der Franzose, für Ingos Großvater noch schlicht der „Erbfeind“, war ein Verbündeter und ein Freund geworden.

Adenauer, De Gaulle

Ingo Espenschied (rechts) kommentiert die Aufnahmen seines Films über den historischen Besuch von Präsident De Gaulle in Deutschland vom 4. bis 9. September 1962. Präsident De Gaulle wird von Bundeskanzler Adenauer begleitet.

In der Diskussion nach der Filmvorführung wurde nicht nur die historische Bedeutung des Vertrags betont, sondern auch seine gegenwärtige Gültigkeit. Seit fünfzig Jahren hat er es dem deutsch-französischen Paar ermöglicht, häufige Differenzen zu überwinden. Jetzt im Jahr 2013, angesichts der Wirtschaftskrise, scheinen sich diese Unterschiede manchmal zu verschärfen. Doch der Elysée-Vertrag und seine Verpflichtung zu bilateraler Zusammenarbeit seit 1963, bleibt ein politisches und symbolisches Bollwerk gegen eine geradezu selbstmörderische Spaltung dieser beiden Gründerstaaten des modernen Europa.

Um jedoch Risse in diesem Schutzwall zu vermeiden, gilt es ihn zu verjüngen, die deutsch-französischen Netzwerke, Partnerschaften, Ausbildung der Jugend und Initiativen in den Grenzgebieten neu zu beleben und eine bessere Koordinierung der Beschäftigungspolitik und der sozialen Wohlfahrt anzustreben.

Die Zusammenarbeit stellt natürlich keine Verschmelzung dar, sondern ist ein unverzichtbares Instrument zur Förderung der stets bedrohten Demokratie in Europa.

 

Link

Um das Stimmungsklima De Gaulles historischer Deutschlandreise zu erfassen, hören Sie seine "Ludwigsburger Rede an die deutsche Jugend". Hier das Video

 

THEMA DES ABENDS VOM 23/01/2013 :

KANN ERINNERUNG VERSÖHNEN ? DIE KRIEGSKINDER

Dieses Thema, welches von grundlegender Bedeutung für Herzen Ohne Grenzen, sowie für alle Vereine und Personen ist, die sich „feindgeborenen“ Kindern nahe wissen, führte an diesem Abend zu einem besonders bewegenden und informativen Gedankenaustausch.

Conférence :la mémoire réconciliée : les enfants de la guerre

Debatte: Versöhnte Erinnerung: die Kriegskinder

mit Christiane Deussen, Leiterin des „Heinrich-Heine-Hauses“, Suzanne Krause, Fabrice Virgili und Eva Simonsen.

 

Man erfuhr bei dieser Gelegenheit von Eva Simonsen und Fabrice Virgili, dass die Frage der Kriegskinder zum ersten Mal sehr früh und ganz offiziell im Jahre 1945 in Norwegen gestellt worden war. In jenem Land wurden nämlich diese Kinder ausgemacht als zu einer besonderen Gruppe zugehörig, aber leider nicht zu Zwecken der Integration, sondern ganz im Gegenteil. Viele wurden in Waisenhäuser eingewiesen, misshandelt, und ihre Mütter wurden stigmatisiert und oft ohne Gerichtsverfahren inhaftiert. Erst 2002 haben die norwegischen Kriegskinder - einschließlich der "Lebensborn-Kinder", dieser experimentellen Kinder, die gemäß der Nazi-Ideologie die rein arische Rasse fortpflanzen sollten - eine Klage gegen den norwegischen Staat eingereicht wegen Diskriminierung und Missbrauch. Nicht ohne erhebliche Schwierigkeiten gelang es einigen, finanzielle Entschädigung zu erhalten, aber nur in sehr beschränktem Maß, was nach Eva Simonsen eine zweite Beleidigung darstellt.

Was den Versöhnungsprozess anbetrifft, so hat Fabrice Virgili aufgezeigt, dass dieser zum Zeitpunkt der Unterzeichnung des Elysée-Vertrags 1963 schon weitgehend abgeschlossen war - lange bevor offiziell von den Kriegskindern die Rede war, einem noch heute sehr empfindlichen Thema, für manche sogar ein Tabu. Zum Beweis dafür der Hinweis auf die zumindest paradoxe Haltung des französischen Botschafters in Berlin im Jahr 2005, der bei der bloßen Erwähnung der Kriegskinder absichtlich stumm blieb, bevor er den Saal verließ - während in Deutschland schon seit mehreren Jahren die militärischen Archive geöffnet sind (was in Österreich allerdings noch immer nicht der Fall ist).

Suzanne Krause arbeitet an der Schaffung eines europäischen Netzwerks von Kriegskindern in möglichst vielen Ländern, und hält dafür, dass diesen Kindern von Deutschen ein Erbrecht zusteht, auch wenn das manchen schockieren könnte. Für Suzanne Krause sollte die Versöhnung aber so weit gehen.

In der anschließenden Diskussion stellte Michel Blanc klar, dass HOG/CSF zu diesem Thema eine entgegengesetzte Position bezieht, da Geldfragen das erhoffte und manchmal schwierige Zusammenfinden der neuen Familie erschweren können.

Links

Artikel aus der "Tageszeitung" über den norwegischen "Lebensborn"; lesen Sie den Artikel hier

Artikel aus der "Sächsige Zeitung" über den norwegischen "Lebensborn"; lesen Sie den Artikel hier

Artikel aus der Website der deutschen Botschaft in Oslo über den norwegischen "Lebensborn" ; lesen Sie den Artikel hier

 
Der Besatzungskinderverein Herzen Ohne Grenzen in den Medien

Anlässlich des 50. Geburtstags des Elysée-Vertrags haben deutsche, französische und schweizer Medien ihr Interesse an den "Kindern des 2.Weltkrieges" gezeigt.

-Chantal wurde durch Yves Calvi von RTL interviewed. -siehe Interview_

-Alfred und Madeleine, zwei Besatzungskinder wurden über "Die Suche nach der eigenen Wurzeln" vom Fernsehsender SWR befragt . -siehe Interview-

- "L'Echo, Le Regional" widmete einen Artikel den Kriegskindern, mit einem Bericht von Françoise und Odette, sowie mit einem Interview mit Michel Blanc, Präsident vom Verein Coeurs Sans Frontieres/Herzen ohne Grenzen. -Siehe Artikel-

-Zwei Schweizer Zeitungen, "Les 24 heures de Lausanne" und "La Tribune de Genève" haben ebenfalls Interesse an den Kriegskindern gezeigt und veröffentlichten einen Bericht von Chantal. -Siehe Artikel-

 
Die Kriegskinder, Herzen Ohne Grenzen in der Schweizer Presse

Der schweizer Journalist Jean-Noel Cuénod hat ein Interview mit Chantal in "La Tribune de Genève" und in "Les 24 heures de Lausanne" veröffentlicht. -Lesen Sie hier das in "Les 24 heures de Lausanne" erschienene Interview-

Fünfziger Geburtstag des Elysée Vertrags.

Die französischen Kinder der deutschen Soldaten und das «Gift des Geheimnisses»

Kriegskind

Der 50. Jahrestag des Elysée-Vertrages zwischen den beiden Ländern wurde gestern groß gefeiert. Hier der Bericht von Chantal, Tochter eines Unteroffiziers der Luftwaffe.

Jean-Noël Cuénod Paris

Am 22 Januar 1963 haben Präsident Charles de Gaulle und Bundeskanzler Konrad Adenauer den Elysée-Vertrag unterzeichnet, das Abkommen , welches die Versöhnung zwischen Frankreich und Deutschland besiegelte. Gestern wurde dieser Geburtstag in Berlin gefeiert.

Für Chantal Le Quentrec ist dieser Tag sehr bedeutungsvoll und erzeugt ganz spezielle Emotionen. Sie ist Sekretärin und Abgeordnete des Vereins „HERZEN OHNE GRENZEN „ und ist Teil der 200 000 Personen, die in Frankreich während der Besatzung geboren wurden, aus einer Liebe zwischen deutschen Soldaten und jungen Französinnen. Mit „24heures“ spricht sie über ihren langen Kampf „das Gift des Geheimnisses“ zu beseitigen.

Paris wurde gerade von der Nazi-Besatzung befreit, als Chantal das Licht der Welt erblickte, am 29 August 1944. Ihre Mutter, eine junge Bäuerin von 23 Jahren hatte , ihre Heimat, die Normandie, verlassen um in der beschützenden Anonymität der Großstadt zu gebähren. Toni war die erste Liebe dieser jungen Frau. Der Unteroffizier der Luftwaffe wurde auf einem normannischen Bauernhof einquartiert, wo die zukünftige Mutter von Chantal, jung und hübsch, als Magd arbeitete. Es kam wie es kommen musste; die kleine Normannin wurde schwanger und Toni verliess Frankreich.

Eine schmerzliche Frage

„Als ich mit fünfeinhalb Jahren meine Pflegemutter verliess, erfuhr ich zu meiner großen Überraschung, dass ich einen Vater habe. Die Tatsache, dass es Papas gab, war mir bis dahin nicht bewusst. Meine Mutter hat eine große Geschichte konstruiert über den Mann , der ihr Ehemann werden sollte, um mich davon zu überzeugen, dasss er mein Vater sei. Übrigens hat er sich seinerseits als solcher benommen und mir Zuwendung und Zärtlichkeit entgegengebracht.

Aber wie soll ich das erklären? Ich wusste trotz allem, dass er nicht mein Vater war. Gewiss ich liebte ihn sehr und dennoch konnte ich mich nicht von der Überzeugung frei machen, dass mein Vater jemand anderer war. Aber wer? Diese Frage verfolgte meine ganze Kindheit.“

Mit neun Jahren erfährt Chantal in der Schule von der Besatzung der Normandie durch die deutschen Truppen. „Auf dem Weg von der Schule nach Hause habe ich den Zusammenhang erkannt. Kein Zweifel, ich war die Tochter eines Militärangehörigen der feindlichen Armee. Und da die Deutschen damals sehr verhasst waren, sagte ich mir, ich müsste das Kind eines Österreichers sein. Das empfand ich als weniger schlimm. Auf Anhieb habe ich diese Entdeckung meiner Mutter kundgetan, die mich nach einer gehörigen Züchtigung ins Bett verfrachtete. Ich hatte ins Schwarze getroffen! Besonders, weil mein Pflegevater mich getröstet hat. Ich stellte mir vor, dass mein richtiger Vater, genauso wütend wäre wie meine Mutter.

Danach fing für mich ein Doppelleben an. Mein offizielles Leben, indem ich so tat als ob ich glaubte, was mir meine Eltern sagten; in meinem Innersten wusste ich jedoch, dass alles falsch war. Ein Familiengeheimnis ist wie ein Gift. Es nagt und nagt an einem. Im Laufe der Generationen wird das Wesentliche dieses Giftes vergessen, aber ein Unbehagen bleibt.“

Die Wahrheit scheibchenweise

Chantal erfährt die Wahrheit Stück für Stück. „Als Kind war ich sehr oft krank und ich bin davon überzeugt, dass dieses Geheimnis meine Gesundheit belastet hat. Mit 17 – 18 Jahren hat meine Mutter wegen meiner Hartnäckigkeit nachgegeben und mir gestanden, dass mein richtiger Vater ein österreichischer Unteroffizier der deutschen Wehrmacht war. Sie verlangte aber von mir das Versprechen, niemals mit meinem Pflegevater darüber zu sprechen. Also habe ich mein Leben mit dieser Lüge weitergeführt, sogar noch mit meinen Kindern.

Viel später hat mir meine Mutter das Foto meines biologischen Vaters gegeben. Toni, dessen Nachname –Rauter- sie sich nicht sicher war. Erst im Alter von 60 Jahren, als meine Mutter und mein Pflegevater krank wurden, habe ich einiges unternommen und mich an die WaSt, das deutsche Militärarchiv, gewandt. Meine Suche konnte ihnen keinen Kummer mehr bereiten. Leider ist meine Suche erfolglos geblieben. Toni bleibt der junge Mann in Uniform , ohne mehr über ihn zu wissen. Aber allein die Tatsache, mich auf die Suche gemacht zu haben, hat mich versöhnt.“

„Ein Familiengeheimnis ist ein Gift. Es nagt und nagt auch an den Nachkommen. Im Laufe der Generationen wird das Wesentliche dieses Giftes vergessen, aber ein Unbehagen bleibt.“

 

Chantal Le Quentrec

Zuletzt aktualisiert am Montag, 04. März 2013 um 12:33 Uhr
 
Alfred und Madeleine auf der Suche nach den eigenen Wurzeln


AAlfred und Madeleine, zwei Mitglieder von "Coeurs Sans Frontières / Herzen Ohne Grenzen" wurden vom Fernsehsender SWR Interviewt.

Siehe Interview.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 04. März 2013 um 12:25 Uhr
 
Chantal ist Sekretärin und Abgeordnete des Vereins HOG, Sie wurde von RTL über die Kriegskinder befragt

Chantal Le Quentrec

Zum 50ten Geburtstag des Elysée Vertrages wurden in verschiedenen Medien über die Kriegskinder berichtet. Chantal Le Quentrec hat mit Yves Calvi von RTL über dieses Thema gesprochen. Das Interview wurde natürlich auf französisch geführt. und kann auf RTL gecklickt werden

Zuletzt aktualisiert am Montag, 11. Februar 2013 um 10:25 Uhr
 
Das Französische-deutsche Jahr


Warum ein solches Jahr?

Man erkennt die feste französisch-deutsche Bindung in folgendem Bild: der französische Präsident Francois Mitterrand, Hand in Hand, mit dem Bundeskanzler Helmut Kohlam 22.9.1984 in Douaumont nahe Verdun, 70 Jahre nach Beginn des ersten Weltkriegs. Dieses Bild zeigt mehr als alle Worte, die enge Beziehung unserer beiden Länder.

Aber neben diesen Symbol ignorieren viele die Weite der französisch-deutschen Kooperation, viele Firmen wissen nicht, wieviel die beiden Länder täglich realisieren.

Das französisch-deutsche Jahr erinnert uns an die Vielfalt unserer Freundschaft und trägt die Kunde unser gemeinsamen Verpflichtungen vor allem an die Jugend weiter, in diesem gemeinsamen Jahr.

Mehr darüber am site: Frankreich-Deutschland

Verpflichtung für die Zukunft

Ich beglückwünsche Sie zunächst, jung zu sein. [...] Schließlich beglückwünsche ich Sie, die Jugend von heute zu sein." Diese Sätze des damaligen französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle lösten in Ludwigsburg am 9. September 1962 großen Jubel aus.

Vor allem aber nahm das jugendliche Publikum die Aufforderung auf, sich ganz persönlich um die deutsch-französischen Beziehungen und um Europa zu kümmern: "Einander immer näherzukommen, sich besser kennen zu lernen und engere Bande zu schließen." Wenige Monate später wurde mit dem Elysée-Vertrag eine einzigartige Zusammenarbeit zwischen zwei Staaten begründet.

Mit ihrer Teilnahme am Festakt wollen Angela Merkel und François Hollande die wegweisende Rede des damaligen französischen Staatspräsidenten würdigen. Sie wollen aber vor allem aufzeigen, dass die deutsch-französische Zusammenarbeit eine Aufgabe für die Zukunft bleibt. Nur gemeinsam können die aktuellen europapolitischen Herausforderungen gelöst werden. Nur so kann die Grundlage geschaffen werden, um der Jugend die Chance auf eine erfüllte Zukunft zu bewahren.

mehr (darüber die Rede von General de Gaulle in deutscher Sprache)

Kalender des französisch-deutschen Jahres

Die wichtigsten Veranstaltungen sind:

•Feier am 8. Juli 2o12 zum Gedenken an das Treffen von Charles de Gaulle und Konrad Adenauer in Reims.

•50.Gedenktag der Rede von General de Gaulle an die deutsche Jugend (in Ludwigsburg am 22.9.2012).

•50.Gedenktag der Unterzeichnung des Vertrags (am 22.1.2013 werden offizielle französisch-deutsche Feiern und verschiedene Veranstaltungen in Berlin stattfinden Berlin .

•50: Gedenktag der französisch-deutschen Stelle für die Jugend (in Paris, Juli 2013)

Aber der 50. Gedenktag an den Elysee-Vertrag läuft während des ganzen Schuljahres.

Von September 2012 bis Juli 2013 können Sie alle Veranstaltungen dieses französisch-deutschen Jahres miterleben auf:

Kalender der Veranstaltungen. (siehe CSF/HOG CSF/HOG auf 17/11/2012)

http://www.france-allemagne.fr/-Veranstaltungskalender-.html

 
Die bekannte Sängerin BARBARA widmete der französisch-deutschen Freundschaft ein Lied
Am 4. Juli 1964 ist Barbara so überrascht und erfreut über den herzlichen Empfang im Stadtheater der Universitätsstadt Göttingen, dass sie das Lied “ Göttingen” schreibt und 1988 erhielt sie die Ehrenmedaille der Stadt. 2002 wird “Göttingen” in das offizielle Programm der Volksschulen genommen. Das Lied erinnert an den 2.Weltkrieg, der Frankreich und Deutschland trennte und spricht von den toten Kindern, die dieser Krieg gefordert hat und von der Trauer, die beide Länder vereint.

Es ist eine Hymne an die französisch-deutsche Freundschaft.

Um das Lied zu hören

Göttingen

Gewiß, dort gibt es keine Seine

und auch den Wald nicht von Vincennes,

doch gäb's viel, was zu sagen bliebe

von Göttingen, von Göttingen

Paris besingt man immer wieder,

von Göttingen gibt's keine Lieder,

und dabei blüht auch dort die Liebe

in Göttingen, in Göttingen.

Mir scheint, wir sind weit schlecht're Kenner

in punkto "Frankreichs große Männer"

als Hermann, Helga, Fritz und Franz

in Göttingen.

Hier spielte auch ganz ohne Frage,

das Märchen uns'rer Kindertage:

"Es war einmal...", ja wo begann's?

in Göttingen.

Gewiß, dort gibt es keine Seine

und auch den Wald nicht von Vincennes,

doch sah ich nie so schöne Rosen

in Göttingen, in Göttingen

Das Morgengrau ist nicht das gleiche

wie bei Verlaine, das silbern-bleiche,

doch traurig stimmt es auch Franzosen

in Göttingen, in Göttingen

Kommt es mit Worten nicht mehr weiter,

dann weiß es, Lächeln ist gescheiter:

Es kann bei uns noch mehr erreichen,

das blonde Kind in Göttingen...

Was ich nun sage, das klingt freilich

für manche Leute unverzeihlich:

Die Kinder sind genau die gleichen

in Paris, wie in Göttingen.

Laßt diese Zeit nie wiederkehren

und nie mehr Haß die Welt zerstören:

Es wohnen Menschen, die ich liebe,

in Göttingen, in Göttingen

Doch sollten wieder Waffen sprechen,

es würde mir das Herz zerbrechen!

Wer weiß, was dann noch übrig bliebe

von Göttingen, von Göttingen.

Es blühen wunderschöne Rosen

in Göttingen, in Göttingen.

Doch sollten wieder Waffen sprechen,

es würde mir das Herz zerbrechen!

Wer weiß, was dann noch übrig bliebe

von Göttingen, von Göttingen.

 
Angela Merkel und François Hollande eröffnen deutsch-französisches Jahr

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Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande haben in Ludwigsburg das Deutsch-Französische Jahr eröffnet

Vor 50 Jahren hatte dort der damalige französische Präsident Charles de Gaulle eine "Rede an die deutsche Jugend" gehalten.

"Ich beglückwünsche Sie zunächst, jung zu sein. [...] Schließlich beglückwünsche ich Sie, die Jugend von heute zu sein." Diese Sätze Charles de Gaulles lösten in Ludwigsburg am 9. September 1962 großen Jubel aus.

Vor allem aber nahm das jugendliche Publikum die Aufforderung auf, sich ganz persönlich um die deutsch-französischen Beziehungen und um Europa zu kümmern: "Einander immer näherzukommen, sich besser kennen zu lernen und engere Bande zu schließen." Wenige Monate später wurde mit dem Elysée-Vertrag eine einzigartige Zusammenarbeit zwischen zwei Staaten begründet..…

….Mit ihrer Teilnahme am Festakt würdigten Angela Merkel und François Hollande die wegweisende Rede de Gaulles. Sie wollten aber vor allem aufzeigen, dass diedeutsch-französische Zusammenarbeit eine Aufgabe für die Zukunft bleibt. Nur gemeinsam können die aktuellen europapolitischen Herausforderungen gelöst werden.

Mehr hier

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Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 23. Oktober 2012 um 08:37 Uhr
 
CSF in der Kathedrale von Reims

CSF in der Kathedrale von Reims: Gedenkfeier zum 8. Juli 1962.

An diesem, für uns französisch-deutsche Kriegskinder, wichtiger Tag, hat Anita aus Reims den Verein Coeurs sans frontières/Hherzen ohne Grenzen vertreten.

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Das Wort an Anita :

"es war eine sehr ergreifende, schöne und intelligente Feier. Wir haben mit Freude Angela gesehen und gehört. Der Präsident Hollande war und machte es sehr würdig.

Und so beeile ich mich euch zu sagen, wie ergriffen ich gestern war in meiner Rolle als Vertreterin der Kriegskinder. Unser grosser Kummer, als wir Kinder waren, verflog für immer vor meinen Augen. Es war so ergreifend und zugleich beruhigend.

Viele Menschen waren gekommen und mir schien, alle diese Personen trugen eine Geschichte in ihrem Herzen verbunden mit dem jetzigen und früheren Deutschland. Alles schien soruhig und glücklich.....

Um euch die Atmosphäre zu beschreiben: es war nicht die eines 14.Juli oder die des so sympathischen Sonntagsmarktes.... nein,es war das Symbol eines wahren Willens zur Freundschaft und Verbundenheit.Leider regnete es sehr stark und die vielen Regenschirme hinderten uns daran, alle Redner gut zu sehen. Gott sei Dank gab es eine grosse Leinwand und alles wurde direkt gesandt und übersetzt.

Ich dachte viel und fest an euch alle und war glücklich diesen grossen symbolischen Moment miterleben zu dürfen."

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Die Bundeskanzlerin Angela Merkelr und der Präsident François Hollande

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Kirchplatz der Kathedrale von Reims

 
50 Geburtstag des Elysee-Vertrags

8. Juli 1962

Im Sinne der Aussöhnung nach zwei schrecklichen Weltkriegen, nehmen der General de Gaulle und der Bundeskanzler Konrad Adenauer an einer Versöhnungsmesse teil.

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Gedenktafel - Kathedrale von Reims

“Memoiren der Hoffnung” General de Gaulle.

"Symbol unser alten Traditionen,aber auch Schauplatz vieler Konfrontationen der Erbfeinde seit den germanischen Invasionen bis zu den Schlachten an der Marne. In der Kathedrale,

alle Kriegswunden sind noch nicht geheilt, vereinen de Gaulle und Adenauer in ihren Gebeten den Wunsch, dass auf beiden Seiten des Rhein, die Freundschaft für immer die Kriegs dramen auszulöschen vermag".

22. Januar 1963:

Adenauer und de Gaulle unterzeichnen den Elysee-Vertrag. Er bedeutet das Ende des langen Konflikts zwischen Frankreich und Deutschland. Ein Weg der Kooperation und Freundschaft tut sich auf.

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Den Elysee-Vertrag - Foto: (c) MAEE

8. Juli 2012:

Francois Hollande, französischer Staatspräsident und Angela Merkel, deutsche Bundeskanzlerin begehen feierlich den 8. Juli 1962.

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Kathedrale von Reims - 8. Juli 1962 - Bundeskanzler Konrad Adenauer - General de Gaulle.

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Kathedrale von Reims: 8 Juli 2012 - Bundeskanzlerin Angela Merkel - Präsident François Hollande

September 2012 – August 2013 : Französisch-deutsches Jahr.

Im Rahmen dieses 5o. Gedenktages erhielten die Aussenminister beider Länder, ebenso Generalsekretäre für die französisch-deutsche Zusammenarbeit, das Mandat, anlässlich des 14. französisch-deutschen Ministerrats (6.Februar 2012) vorzubereiten: ein Jahr ,das der französisch-deutschen Freundschaft gewidmet ist, um vor allem die jungen Generationen während des ganzen Schuljahres zu mobilisieren.

Der Minister für europäische Angelegenheiten Herr Jean Leonetti sprach mit seinem deutschen Amtskollegen Herrn Michael Link in Antibes am 15.März bei der Vorbereitung zum 5o. Gedenktagdes Elysee-Vertrags ( 22. Januar 2013).

Höhepunkte:

- 8. Juli in Reims: Gedenken an das Treffen Adenauer-de Gaulle im Jahre 1962

- 22. September 2012:in LUdwigsburg: Eröffnung des französisch-deutschen Jahres in Gedenken an den 50. Geburtstag der Ansprache von de Gaulle: “ Rede an die deutsche Jugend”

- 22. Januar 2013: in Berlin: 50. Jubiläumsfeier der Unterzeichnung des Elysee-Vertrags

- Juli 2013 in Frankreich: Gedenkfeier zur 50. jährigen Gründung des deutsch-französischen Jugendwerks

"Das Ziel dieser Gedenkfeiern ist es, nicht rückwärts zu schauen, sondern die Jugend und die deutsche und französische Gesellschaft für die Zukunft zu mobilisieren. Die deutsch-französische Freundschaft ist eine Freundschaft für Europa,deren Hauptanliegen es ist, für eine europäische Verwirklichung zu arbeiten, französischen und deutschen Jugendlichen zu einer Stärkung der europäischen Integration und Freundschaft zu verhelfen." : http://www.france.allemagne.fr

Zuletzt aktualisiert am Montag, 27. August 2012 um 07:14 Uhr