{"id":732,"date":"2013-05-03T13:31:58","date_gmt":"2013-05-03T11:31:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.coeurssansfrontieres.com\/vie-de-lassociation\/actualite\/die-tabu-kinder-des-vorarlbergs\/"},"modified":"2017-10-11T18:17:32","modified_gmt":"2017-10-11T16:17:32","slug":"die-tabu-kinder-des-vorarlbergs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.coeurssansfrontieres.com\/de\/dokumente-de\/verschiedene\/die-tabu-kinder-des-vorarlbergs\/","title":{"rendered":"Die Tabu Kinder des Vorarlbergs"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section admin_label=&#8220;section&#8220;][et_pb_row admin_label=&#8220;row&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243;][et_pb_text admin_label=&#8220;Texte&#8220;]<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-727\" src=\"https:\/\/www.coeurssansfrontieres.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/130420JT34B.jpg\" alt=\"CSF\" width=\"500\" height=\"342\" border=\"1\" srcset=\"https:\/\/www.coeurssansfrontieres.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/130420JT34B.jpg 500w, https:\/\/www.coeurssansfrontieres.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/130420JT34B-480x328.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 500px, 100vw\" \/><\/p>\n<p><strong>Blaise Goquelin<\/strong> Sonderberichterstatter der Zeitung &#8222;<strong>Lib\u00e9ration&#8220;<\/strong> hat einen Artikel verfasst \u00fcber die Besatzungskinder, deren V\u00e2ter marrokanische und afrikanische Besatzungssoldaten waren, die w\u00e4hrend der franz\u00f6sischen Besatzung des Vorarlbergs von 1945\/1953 geboren wurden.<\/p>\n<p><a href=\"#weiter\"><span style=\"color: #0000ff;\">ARTIKEL LESEN<\/span><\/a><\/p>\n<p>Einige Tage sp\u00e4ter schrieb <strong>G\u00e9rard Lefor<\/strong>t ein Artikel \u00fcber <strong>Wilma und Mohamed<\/strong>, die Eltern eines <em>Tabu Kindes<\/em>.<\/p>\n<p>Keine \u00dcbersetzung vorhanden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.coeurssansfrontieres.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/130420JT34C.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span style=\"color: #0000ff;\">ARTIKEL LESEN<\/span><\/a><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Im Jahr 1946 wird in einer Enklave der \u00f6sterreichischen Alpen ein seltsamer demographischer Anstieg registriert. 200 bis 300 Neugeborene werden geboren deren V\u00e4ter farbige Soldaten der franz\u00f6sischen Armee waren, die diese Gegend besetzt hatten. Eine Abstammung die lange unter Verschluss gehalten wurde.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><em>Die Tabu-Kinder<\/em><\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"font-size: 16pt;\">von Vorarlberg<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Von <strong>Blaise Gauquelin<\/strong><a title=\"weiter\" name=\"weiter\"><\/a><\/p>\n<p>Hier betrifft es z.B. zwei M\u00e4dchen, die eine hatte den Spitznamen \u201e<em>die Negerpuppe<\/em>\u201c, auf die andere zeigte man mit dem Finger wegen ihrer flachen Nase und ihrer schwarzen Haare. Maria Pramendorfer und Karin Trappel leben in benachbarten Ortschaften in Vorarlberg, in den \u00f6sterreichischen Alpen, im \u00e4ussersten Westen des <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" alignleft size-full wp-image-728\" src=\"https:\/\/www.coeurssansfrontieres.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/130420JT44D.jpg\" alt=\"CSF\" width=\"230\" height=\"208\" align=\"left\" border=\"1\" hspace=\"5\" vspace=\"5\" \/>Landes, neben Tirol. Beide kennen sich nicht, aber es verbindet sie dieselbe Geschichte und zwar die von 100ten M\u00e4dchen und Jungen, die hier unmittelbar in der Nachkriegszeit geboren wurden. Fr\u00fcchte einer vor\u00fcbergehenden Verbindung zwischen \u00d6sterreicherinnen und farbigen Soldaten, die einige Monate, in der operettenhaften Gegend von Vorarlberg stationiert waren. Diese Kinder, deren Verm\u00e4chtnis kaum in Erscheinung tritt, auch heute nicht, wo die Protagonisten schon verstorben sind.<\/p>\n<p>Am 30. April 1945, nur wenige Tage bevor Nazi-Deutschland die Kapitulation in Berlin unterzeichnet, besetzt die erste franz\u00f6sische Armee Vorarlberg. Sie wurde in Nordafrika zusammengestellt durch den General de Lattre de Tassigny und bestand im besonderen aus dem Regiment der Spahis (Nordafrikanische Reitertruppen), die gut zur H\u00e4lfte aus Nord- und Schwarz-Afrikanern bestand. In dieser Gegend, eingebettet zwischen Gletschern und Bodensee, wo nach einheimischen Hochzeiten, die Kinder blaue Augen hatten und die Hitler-Ideologie die \u00f6sterreichischen Ideale erstickte, sahen die Menschen dort verbl\u00fcfft die Ankunft dieser fremdartigen Truppe. In der Mitte des Siegeszuges sahen sie fl\u00fcchtig Gesichter, die sie vorher nie gesehen hatten : dunkel bis schwarz. Nach der Kapitulation wurde \u00d6sterreich wie auch Deutschland durch die Alliierten in 4 Besatzungszonen aufgeteilt. Vorarlberg und Tirol stehen unter der Kontrolle der franz\u00f6sischen Streitkr\u00e4fte. Diese bleiben 10 Jahre bis das Land 1955 zur Souver\u00e4nit\u00e4t zur\u00fcckkehrt.<\/p>\n<h2>Geboren von einem feindlichen Soldaten, Afrikaner und Muselmane<\/h2>\n<p>\u201e<em>Anfangs bestanden die franz\u00f6sischen Truppen haupts\u00e4chlich aus Marokkanern. Jedoch ab Herbst wurden diese M\u00e4nner nach und nach durch Franzosen ersetzt<\/em>\u201c, erinnert sich Renate Huber, eine Kennerin der zeitgen\u00f6ssischen Geschichte Vorarlbergs. <em>Da die \u00f6sterreichischen Soldaten erst Monate nach Kriegsende heimkehrten, hat sich die Lokalpresse dem Geburtenanstieg, der 1946 registriert wurde, zugewandt, sowie den typischen Gesichtern etlicher Neugeborener<\/em>. Frau Huber sch\u00e4tzt in den T\u00e4lern, die Anzahl <em>der Geburten von \u201eFeinden\u201c auf 200 bis 300<\/em> gem\u00e4ss den erschienenen Artikeln in der Presse. Nach einer Zusammenfassung der Geburtsregister zwischen Januar und Juni 1946 fragt eine Vorarlberger Zeitung : \u201eKinder von wem?\u201c. F\u00fcr die meisten dieser Kinder ist diese Frage noch in der Schwebe und lange Zeit verschwiegen wegen der Schmach einer 5-fachen Tabu-Verbindung : ausserehelich, mit einem feindlichen Soldaten, kolonialisiert, aus Afrika kommend und obendrein Muselmane.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-729\" src=\"https:\/\/www.coeurssansfrontieres.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/130420JT44A.jpg\" alt=\"Spahis in Bregenz\" width=\"500\" height=\"250\" border=\"1\" srcset=\"https:\/\/www.coeurssansfrontieres.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/130420JT44A.jpg 500w, https:\/\/www.coeurssansfrontieres.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/130420JT44A-480x240.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 500px, 100vw\" \/><\/p>\n<p><strong>Ein Kommando von marokkanischen Truppen der franz\u00f6sischen Armee Anfang 1946 in Bregenz (Vorarlberg)<\/strong><\/p>\n<p>\u00dcber ihren Vater weiss Maria Pramendorfer nichts. \u201e<em>Meine Mutter hat mir \u00fcberhaupt nichts gesagt<\/em>\u201c. Sie lebt in einer modernen, gepflegten 2-Zimmer-Wohnung noch immer in Bludenz, einer kleinen h\u00fcbschen Stadt mit 14000 Einwohnern, an einem Knotenpunkt von 5 T\u00e4lern, wo sie am 12.M\u00e4rz 1946 geboren wurde. Heute als Ur-Grossmutter spricht sie zum erstenmal dar\u00fcber. \u201e<em>Mama hiess Anna. Sie war im 6. Monat schwanger, als ihr Mann von Russland zur\u00fcckkam, wo er in Gefangenschaft war. Sie hatte schon 3 Kinder, wovon das \u00e4lteste, mit nur 15 Jahren, eingezogen wurde und als vermisst galt<\/em>\u201c. Als Anna von weitem die Gestalt ihres Ehemannes Ferdinand Grasbon erkannte, dachte sie, ihre letzte Stunde h\u00e4tte geschlagen. Aber der Krieg ver\u00e4ndert einen Mann. Zur selben Zeit, als er den Namen seines Sohnes auf dem Kriegerdenkmal eintragen liess, hat Ferdinand die kleine Maria als sein leibliches Kind anerkannt. \u201e<em>Man erz\u00e4hlte mir, dass er abends geduldig mein krauses Haar k\u00e4mmte. Er gab mir all die Liebe die ich brauchte. Seine Frau wurde noch einmal schwanger, bevor er an Lungenkrebs starb, als ich 2 \u00bd Jahre alt war<\/em>\u201c. Auf der Strasse jedoch verspottete man die kleine Maria wegen Ihrer Nase, die man \u201e<em>viel zu dick<\/em>\u201c fand. \u201e<em>Ich habe dem nicht wirklich Aufmerksamkeit geschenkt, denn , dass ich die Tochter eines anderen sein k\u00f6nnte, kam mir nicht in den Sinn. Erst als Jugendliche hat jemand aus meinem Umfeld mich gefragt, ob ich w\u00fcsste , dass mein Vater ein Marokkaner w\u00e4re. Dies war ein Schock! Ich behielt diese Information f\u00fcr mich und habe mein Leben lang geschwiegen. Meine Mutter zu fragen, das w\u00e4re einen Mangel an Respekt<\/em>\u201c fand sie. Im Schweigen \u00fcber dieses Familiengeheimnises hat sich Maria Pramendorfer ein Leben als Mutter und Hausfrau aufgebaut. Bis zu einem Zusammenbruch vor 3 Jahren, der sie in ein Krankenhaus zwang. Eine Psychologin fragte sie : \u201e<em>Von wo kommen sie ?<\/em>\u201c. Sie ist diese Frage gew\u00f6hnt, jedoch diesesmal wird sie sich mitteilen. Sie spricht \u00fcber ihren marokkanischen Vater, dessen Namen sie nicht kennt. Diese Frau ermutigte sie ihn zu suchen. Nach ihrem 60. Geburtstag entdeckt sie pl\u00f6tzlich das Bed\u00fcrfnis mehr wissen und erfahren zu wollen. Es ist zu sp\u00e4t. Anna war schon lange tot und hat das Wissen mitgenommen und damit auch die M\u00f6glichkeit den Vater zu finden.<\/p>\n<h2>Suche nach den Wurzeln<\/h2>\n<p>In Bregenz, einer lieblichen Kreisstadt Vorarlbergs, mit nur 28000 Einwohnern und 52 km von Bludenz entfernt, ist Karin Trappel, die ebenfalls dasselbe Leid erfahren musste. Eigentlich mag sie die alten Geschichten nicht wiederk\u00e4uen, dennoch erz\u00e4hlt sie. Ende des Krieges hat ihre Mutter Wilma, ein junges M\u00e4dchen von 18 Jahren, die W\u00e4sche f\u00fcr die \u201e<em>Afrikaner<\/em>\u201c gewaschen. \u201e<em>Diese Burschen, H\u00fchnerdiebe<\/em>\u201c, wie die Leute der Gegend sie nannten, mit dem \u00fcblichen Hass der Besetzten,\u201e <em>die nachts betrunken in die Bauernh\u00f6fe eindrangen und nach Frauen suchten.<\/em>\u201c Die Vergewaltigungsger\u00fcchte waren sehr verbreitet umsomehr, weil die franz\u00f6sischen Streitkr\u00e4fte verboten, des nachts die T\u00fcren zu verschliessen, um einfacher Kontrollen durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen. Karin Trappel hingegen wurde erzogen mit dem Bild des Afrikaners, freundlich und sanftm\u00fctig, der Kaffee, Weissbrot und Zigaretten f\u00fcr den Grossvater, der ein starker Raucher war, brachte. Sie weiss Bescheid, sie kennt den Namen ihres Vaters : Mohamed ben Bouchaib. \u201e<em>In unserer Familie gab es keine Rassisten<\/em>\u201c erz\u00e4hlt sie. \u201e<em>Meine Grosseltern m\u00fctterlicherseits haben meinen Vater, den sie Mimi nannten, wirklich verehrt. Sie fanden ihn h\u00fcbsch, aber unheimlich abergl\u00e4ubisch. Wenn er kam um meine Mutter ins Kino abzuholen, fotografierte ihn mein Grossvater, weil er ihn so sch\u00f6n fand<\/em>\u201c. Mohamed-Mimi blieb 8 Monate in Bregenz. F\u00fcr ihn war der Krieg nicht zu Ende, denn in diesem Jahr, 1946, begann der Krieg in Indochina. Er geht, l\u00e4sst seine schwangere Wilma zur\u00fcck und verspricht ihr zu schreiben, was er auch tat. Sein letzter Brief kam 1950. Wilma heiratet und Karin wird von ihren Grosseltern m\u00fctterlicherseits grossgezogen, die sie fern hielten vom feindseligen Stiefvater. Sie wurde nicht getauft, weil niemand aus ihrem Umkreis Pate oder Patin werden wollte von \u201e<em>so einem Kind<\/em>\u201c. \u201e<em>In der Strasse riefen mir die Kinder \u201eMimi\u201c hinterher, denn alle wussten, wer mein Vater war. Ich erinnere mich, dass ich mit 11 Jahren in der Schule gelogen habe, indem ich behauptete, dass mein Vater ein Algerier sei. Ich wollte nicht zugeben, dass er Marokkaner war, denn in den K\u00f6pfen der Menschen waren die Marokkaner die Besetzer. Deshalb sagte ich \u201eAlgerier\u201c, weil die nach dem Krieg nicht nach Vorarlberg kamen. Zu sagen, dass er marokkanisch sei, w\u00e4re \u00f6fffentlich zu bekennen, dass ich die Tochter eines Feindes bin. Die Schwester meiner Grossmutter nannte mich \u201eNegersoldaten-Balg\u201c und zeigte mit dem Finger auf mich<\/em>\u201c. Karin Trappel geht ihren Weg. Erst als Hausfrau und dann als Schneiderin. Aber 1999, mit 53 Jahren, bef\u00e4llt auch sie der Wunsch, etwas \u00fcber ihre Wurzeln zu erfahren. Sie macht sich auf die Suche nach ihrem Vater, fuhr bis nach Vietnam, wo sie vergebens Milit\u00e4rfriedh\u00f6fe absucht. 10 Jahre sp\u00e4ter trifft sie den franz\u00f6sischen Journalisten Maurin Picard, der von Wien aus, sich f\u00fcr das Los der Kriegskinder aus Vorarlberg interessiert. Dank ihm bekam sie die Kopie eines Berichtes\/ rapport du corps des franz\u00f6sischen Expeditionskorps in Fern-Ost, dass der Soldat Bouchaib, \u201e<em>Kennnummer 3062 vom 8. Marokkanischen Infantrie-Regiment, am 16.06.1950, in der N\u00e4he von Cao Bang, an der chinesischen Grenze, als vermisst gemeldet wurde<\/em>\u201c. Er verschwand am 27. Mai dieses Jahres w\u00e4hrend eines Angriffs im Dschungel. Karin Trappel konnte nicht mehr mit ihrer Mutter \u00fcber diesen Tod &#8222;<em style=\"font-size: 10pt;\">auf dem Feld der Ehre<\/em>&#8220; sprechen; sie starb 2000.<\/p>\n<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-730\" src=\"https:\/\/www.coeurssansfrontieres.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/130420JT44B.jpg\" alt=\"WM\" width=\"500\" height=\"344\" border=\"1\" srcset=\"https:\/\/www.coeurssansfrontieres.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/130420JT44B.jpg 500w, https:\/\/www.coeurssansfrontieres.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/130420JT44B-480x330.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 500px, 100vw\" \/><br \/>\nMohamed ben Bouchaib und Wilma, der Vater und die Mutter von Karin Trappel, fotografiert jeweils 1945 und 1946. Der typische Marokkaner, aufgenommen durch den Vater von Wilma.<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-731\" src=\"https:\/\/www.coeurssansfrontieres.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/130420JT44C.jpg\" alt=\"maria\" width=\"500\" height=\"454\" border=\"1\" srcset=\"https:\/\/www.coeurssansfrontieres.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/130420JT44C.jpg 500w, https:\/\/www.coeurssansfrontieres.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/130420JT44C-480x436.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 500px, 100vw\" \/><\/p>\n<p><strong>Maria Pramendorfer mit ihrer Mutter Anna 1953 in Zalum in Vorarlberg. Maria wird nie die Identit\u00e4t ihres Vaters erfahren; ein Familiengeheimnis<\/strong><\/p>\n<h2>Die Gespenster der Landsleute<\/h2>\n<p>\u201e<em>Die M\u00fctter dieser Kinder erreichten ein fortgeschrittenes Alter<\/em>\u201c erinnert sich der marokkanische Psychloge Hamid Lechhab aus Fez, in Marokko. Er l\u00e4sst sich 1990 in Feldkirch nieder, einem herrlichen, mittelalterlichen Ort in Vorarlberg, ohne zu wissen, dass seine Wege dort auch die Gespenster seiner Landsleute von der franz\u00f6sischen Armee, kreuzen w\u00fcrden. \u201e<em>Das erstemal h\u00f6rte ich 1989 von diesen Geschichten. Zu dieser Zeit wohnte ich mit meiner \u00f6sterreichischen Frau in Strassburg. Ihre Tante erz\u00e4hlte uns mit bewegten Worten, dass sie eine Beziehung mit einem marokkanischen Soldaten hatte. 3 Jahre nach meiner Ankunft in Vorarlberg wurde ich von einem \u00f6sterreichischen Kollegen angesprochen, der mit mir seine Abstammung kl\u00e4ren wollte : Sein Grossvater war ein marokkanischer Soldat. Dies war 1993. Fast ein halbes Jahrhundert war vergangen seit dem Kriegsende und der Geburt dieser Mischlingskinder. Zeit f\u00fcr die R\u00fcckkehr der Erinnerungen? Geschichten finden ihre Zuh\u00f6rer, wenn das Herz voll ist und sich die Zunge l\u00f6st<\/em>\u201c. Hamid Lechhab hat zwischen 1990 und 2000 <em>mehr als 160<\/em> von ihnen getroffen. \u201e<em>Sehr oft haben die jungen Frauen die Gegend verlassen, nachdem sie in einem Kapuziner-Kloster niedergekommen waren. Man sch\u00e4tzt, dass 70 Kinder nach Frankreich, in franz\u00f6sische Familien, verschickt wurden. Eines Tages kam ein Mann aus Lyon zu ihm : seine Adoptiveltern hatten ihm am Ende ihres Lebens seine Geschichte er\u00f6ffnet und er suchte nach seinen Wurzeln<\/em>\u201c.<\/p>\n<p>2006 hat Hamid Lechhab ca. 15 dieser \u201e<em>verlorenen Kinder<\/em>\u201c , auf der Suche nach Spuren Ihrer V\u00e4ter, von Vorarlberg nach Marokko begleitet. Karin Trappel und ihre Tochter waren dabei. In den Archiven \u00fcber alte Frontk\u00e4mpfer in Cassablanca, welches vom franz\u00f6sischen Konsulat gef\u00fchrt wird, haben die beiden durch Zufall einen Veteranen getroffen, der wusste, dass er Vater einer Tochter ist, die in \u00d6sterreich geboren wurde. \u201e<em>Der alte Herr, auf seinen Kr\u00fcckstock gest\u00fctzt, hat lange geweint<\/em>\u201c erinnert sich Hamid Lechhab. Aber ihre Abstammung konnte man nicht mehr feststellen. So wurde er zum symbolischen Vater der gesamten Gruppe.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Blaise Goquelin Sonderberichterstatter der Zeitung &#8222;Lib\u00e9ration&#8220; hat einen Artikel verfasst \u00fcber die Besatzungskinder, deren V\u00e2ter marrokanische und afrikanische Besatzungssoldaten waren, die w\u00e4hrend der franz\u00f6sischen Besatzung des Vorarlbergs von 1945\/1953 geboren wurden. 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