420 Henri

Nr 420 GELÖST

Guy wurde am 7.Februar 1945 in Dijon (Côte d’Or, Frankreich) von unbekanntem Vater geboren. Er hatte als 3.Vornamen “Henri”, den seine Mutter ihm in Erinnerung an seinen Vater gegeben hat.

Seine Mutter, Simone, geboren am 30.Oktober 1918 in Dijon, gestorben am 2.Dezember 2010, hat im Mai 1946 Lucien geheiratet, der Guy an Kindes statt angenommen und so legetimiert hat. Guy hat mit 50 Jahren erfahren, dass Lucien nicht sein leiblicher Vater war.

Dieser hiess Henri/Heinrich mit Vornamen, war Soldat tschechischer Herkunft und war jünger als Simone. Er war in der deutschen Armee bei den Landstreitkräften engagiert.

Simone und Henri/Heinrich haben sich im Militärkrankenhaus Montmuzard in Dijon (von den Deutschen besetzt) kennengelernt, wo Simone als Putzhilfe arbeitete.

Man weiss nicht, ob er im Krankenhaus arbeitete oder ob er sich dort auf Grund einer Verletzung oder Krankheit aufhielt.

Er soll in einer Kaserne gelebt haben, ohne Zweifel die Kaserne Vaillant oder die Kaserne Junot in Dijon (beide von den Deutschen besetzt).

Diese Kasernen befanden sich in der Nähe des “place de la République” in Dijon.

Simone wohnte mit einer Freundin im Hotel « de l’Etoile », place de la République in Dijon.

Nach Simone Aussagen zog Henri/Heinrich manchmal tagsüber ins Manöver, und abends kam er zurück in die Kaserne.

Henri/Heinrich habe ihr gesagt, dass er Deserteur sei, dass er sich verstecke, aber man weiss nicht, wann genau, er habe eine Pistole bei sich gehabt, mit der er sich umbringen wollte, falls er auffliegen sollte.

Beide hätten mit anderen Soldaten und Angestellten das Krankenhaus verlassen, um in ihr Land zurückzukehren, aber sie seien von der FFI verhaftet worden und dies in Folge einer Denunzierung durch einen Krankenhausangestellten, der zur FFI gehörte. Es ist nicht bekannt, wo und wann sie verhaftet wurden.

Die Frauen seien ins Krankenhaus gebracht worden, aber man weiss nicht, was die FFI mit den deutschen Soldaten gemacht hat (hingerichtet? Gefangen genommen?)

Wir richten uns an deutsche Familien, die einen Verwandten oder nahen Bekannten hatten, der in Dijon stationiert war, vor allem 1944, in einer der Kasernen oder im Militärkrankenhaus Montmuzard von Dijon oder die das Hotel “de l’Etoile” in Dijon kannten oder auch einen gewissen Henri oder Heinrich tschechischer Herkunft kannten.

Vielleicht stammte er aus dem Sudetenland, deren Männer in die deutsche Wehrmacht aufgenommen wurden.

Vielen Dank an alle, die uns helfen könnten.