Seite wählen

Berlin, den 11.April 2011 um 11 Uhr

An diesem sonnigen Montag haben sich in der Eingangshalle des Quality Hotels einige « Reisende » tauschen ihre ersten Eindrücke aus. Schon am vorigen Abend hatten sich ein paar Teilnehmer des Berliners Aufenthalt zusammen getan. Andere nahmen schon den Bus oder die Stadtbahn um frei Berlin kennen zu lernen.

Pierrette ist auch da, ein bischen angespannt. Sie hat schlecht geschlafen, sie wartet.

Ich versuche mich mit ihr zu unterhalten. Aber sie hört mir nicht zu. Den Blick zum Hoteleingang fixiert.

Es ist fast 11 Uhr.

« Da sind sie , sie sind da » Pierrette hat eine kleine Gruppe aus zwei Frauen und zwei Männer erspäht, die sich dem Hotel nähern .

Kaum in der Halle des Hotels löst sich eine Frau von der Gruppe. Pierrette und Margareth nähern sich, schauen sich an, und berühren leicht ihre Gesichter. Umarmen sich. Pierrette hört nicht auf zu sagen: “Meine Schwester, meine Schwester, das ist meine Schwester “.

Margareth lächelt, beide umarmen sich, schauen sich tief in die Augen; Augen die immer verdächtiger schimmern.

Wir sind die bevorzugten Zeugen – und sehr gerührt in diesem starken Moment – von dem großen Glück zweier Schwestern, die sich nach so langen Jahren endlich finden.

 

Pierrette’s Mann und das zweite Paar bleiben leise in der Nähe um die beiden Schwestern ganz bei ihren Gefühlen zu lassen.

Sie werden uns bald verlassen, damit Pierrette und Margaret voll diese ersten Stunden nach ihrem Wunsch in unserer Gruppe verbringen.

Der Tag wird wunderschön sein. Die von uns in der Gruppe deutsch sprechen, bieten sich spontan an zwischen Pierrette und Margareth zu übersetzen. Sie brechen alle auf zu einem langen Spaziergang am Ufer des Schäfersee ganz in der Nähe des Hotels.

Die Sonne scheint sehr schön, und wir begleiten die Schwestern bei ihrem ersten gemeinsamen Essen auf der Terasse eines kleinen Restaurant am Ufer des Schäfersee. Sie haben sich so viele Dinge zu sagen. Beide sprechen nur ihre Heimatsprache. Pierrette französisch, und Margareth deutsch!

Annie, Erik, alle strengen sich an um nach ihren Möglichkeiten alles zu übersetzen .

110602LQ047B

Den heutigen Montag teilen sich die Schwestern ein Zimmer. Dienstag begleiten beide uns zur WAST, fahren mit uns im Bus um Berlin zu besichtigen. Und trennen sich Dienstagabend, wenn der Mann von Margareth sie wieder abholt.

Trennung? Ein einfaches Auf Wiedersehen vor anderen Treffen!

Für Pierrette und Margareth – nach einer langen Wartezeit – ist es jetzt ein grosses Glück zu verlängern in den folgenden Jahren.

Und für die, die noch warten, die manches Mal verzweifeln, ist es auch ein grosser Hoffnungsschimmer.

J.P.